Die Wanderung ums Schloss Bladenhorst in Castrop-Rauxel hatte ich schon länger auf dem Schirm und jetzt war es endlich soweit: Nachdem sich an einem Samstag im April 2026 die Sonne durch die Wolken gekämpft hatte, ging es los zu dieser entspannten Rundtour: meist am Wasser entlang, mitten durchs Ruhrgebiet: Die Komoot-Route versprach Emscher und Rhein-Herne-Kanal, auf den Spuren des Ruhrpotts, also genau das Richtige für ein aktives Wochenende, an dem man einfach mal Sonne tanken möchte.
Start am Schloss Bladenhorst
Los ging es direkt am Wanderparkplatz vor Schloss Bladenhorst, von dem aus man das Schloss direkt sehen kann. Mehr ist leider auch nicht drin: Das Schloss mit seinem Wassergraben drumherum ist gut erhalten, doch da es sich in Privatbesitz befindet, ist keine Besichtigung möglich. Nur der Blick über den Graben oder durch das Tor an der Zufahrt bleibt.

Was dann folgt, ist erstmal weit weniger romantisch als ein Schloss, nämlich der Weg zur Bladenhorster Brücke. Neben der alten Brücke entsteht gerade eine neue. Das sieht zwar spannend aus, heißt aber auch, dass man vorsichtig ein Stück Straße entlang gehen muss bevor es… weiter an der Straße entlang geht, ca. 1,5 km. Am Wochenende war es kein Problem, ob das unter der Woche mit mehr Verkehr genauso entspannt ist, kann ich nicht sagen. Doch hier durchzuhalten lohnt sich, denn die Route führt danach in die Felder, weiter zum Emscher-Weg.
Wandern entlang der Emscher
Ab dem Emscher-Weg war ich froh, dass ich nicht umgedreht hatte. Die Emscher begleitet die Route auf einem langen Stück und es war einfach nur richtig schön: alles grün, alles in Blüte, blauer Himmel, Sonne. In diesen Momenten kann ich kaum glauben, dass die Emscher früher der Drecks- und Abwasserfluss durchs Ruhrgebiet war, so erfolgreich ist die Renaturierung in den letzten Jahrzehnten gewesen.

Der Weg ist auch eine gute Radroute, als ich unterwegs war, war er aber nicht überlaufen. Also bin ich steten Schrittes den Weg entlang bis auf einmal rechtsseitig etwas blaues zu sehen war. Etwas Blaues? Ja, ich musste auch erst näher rankommen, um es zu erkennen: Direkt an einem Rastplatz stehen und liegen blaue Pferde-Figuren im Gras.
Die Emscherbrücher Dickköppe
Was es mit denen auf sich hat, lässt sich auf einer Infotafel nachlesen: Die „Emscherbrücher Dickköppe“ sind eine Wildpferderasse, die hier früher in den Wiesen rund um die Emscher tatsächlich lebte. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts sind die Tiere verschwunden, die letzten Exemplare wurden um 1840 an den Herzog von Croy verkauft und gelten als Vorfahren der Dülmener Wildpferde. Seit 1975 zieren sie das Wappen der Stadt Herne und an der Emscher-Promenade stehen sie jetzt als blaue Statuen. Und das finde ich prima: eine Wanderung mit einem Eyecatcher, der aber nicht „nur“ Kunst ist, sondern Geschichtswissen über die Gegend vermittelt.

Laut Komoot hätte ich nun langsam schon den Heimweg antreten sollen, doch auf der Karte hatte ich was von „Wasserfällen“ und „Stromschnellen“ entdeckt und mir gedacht: Das schaue ich mir an. Wobei man sagen muss, dass ich da jetzt nichts großes erwartet hatte, sondern eher neugierig war, was im Bereich der Emscher schon unter diese Begriffe fällt. Und ja nun, letztlich war es ein Aussichtspunkt, an dem die Emscher an einer Stelle etwas schneller fließt als sonst. Gleichwohl ist dort eine schöne Stelle für eine kurze Rast.
König-Ludwig-Trasse und eine Pause am Kanal
Der Rückweg führt von dort aus über die König-Ludwig-Trasse, also von der Emscher Richtung Hafen bzw. Herner Meer. Die Trasse folgt der ehemaligen Zechenbahn der Zeche König Ludwig, die einmal Koks und Kohle bis zu den Seehäfen transportiert hat. Heute ist das Hafenbecken renaturiert und dient der Freizeitschifffahrt.
Vom Hafen geht es weiter den Rhein-Herne-Kanal entlang, doch mit weitergehen war erstmal nichts. Die Sonne schien so schön, Angler hatte ihre Ruten ausgeworfen, Menschen saßen auf der Wiese und picknickten: Da habe ich dann auch noch eine spontane Snackpause eingebaut und zugeschaut, wie Frachter und kleine Privatboote vorbeigefahren sind. Das war dann schon Urlaubsfeeling ganz nahe.

Nach der Sonnenpause ging es einfach weiter den Kanal entlang, vorbei am Naturschutzgebiet Pöppinghauser Wald. Und während auf der einen Seite des Weges ein Frachter vorbeiziehen kann, blickt man auf der anderen in ein Naturidyll. Ruhrgebiet in a nutshell.
Den letzten Abstecher, den Komoot noch geplant hatte, habe ich ausgelassen, weil ein Stück des Weges, nämlich genau der rund um die Bladenhorster Brücke, gesperrt war. Man konnte sich durchmogeln, aber das wäre dann noch noch eine kleine Schleife entlang des Kanals/der Emscher gewesen. Also habe ich das pragmatisch gestrichen und bin direkt zurück Richtung Schloss Bladenhorst gelaufen. Das ist ab der Brücke dann auch genau der Weg, den ich auf dem Hinweg bis dahin gegangen war. Am Ende der Tour standen 9,5 statt 10,6 Kilometer auf dem Tacho, also eine moderate Runde, mit Urlaubsfeeling und viel Sonne zum Vitamin D-Sammeln.

Praktische Infos für die Wanderung Schloss Bladenhorst Castrop-Rauxel
Start: Schloss Bladenhorst, Bladenhorster Str. 10, 44791 Castrop-Rauxel, Parkplatz direkt am Schloss
Distanz: ca. 10 km
Dauer: ca. 2 Stunden, je nach Pausen
Schwierigkeit: moderat, befestigte Wege, kaum Höhenunterschied
Verpflegung: nichts auf der Route, Essen und Getränke mitnehmen
Hinweis: Bladenhorster Brücke aktuell Baustelle (Stand April 2026), am Wochenende problemlos passierbar
Häufige Fragen zur Wanderung Schloss Bladenhorst
Wie lang ist die Wanderung rund um Schloss Bladenhorst?
Die Komoot-Route ist 10,6 km lang und als moderat eingestuft. Je nach Sperrungen kann die Strecke auf etwa 9,5 km verkürzt werden, wie es im April 2026 der Fall war. Oder problemlos entlang des Emscher-Wegs verlängert werden.
Wo parke ich für die Wanderung?
Direkt am Schloss Bladenhorst, Bladenhorster Str. 10, 44791 Castrop-Rauxel, gibt es einen Parkplatz.
Gibt es Einkehrmöglichkeiten auf der Route?
Nein, auf der Route selbst gibt es keine Gastronomie. Wasser und Verpflegung unbedingt mitnehmen.
Was sind die Emscherbrücher Dickköppe?
Eine historische Wildpferderasse, die früher im Emscher-Bruch lebte und seit Mitte des 19. Jahrhunderts verschwunden ist. Blaue Statuen an der Emscher-Promenade erinnern daran, seit 1975 zieren sie auch das Wappen der Stadt Herne.



