Kemer im März: Tipps und Aktivitäten für den Urlaub in der Vorsaison

Wir fahren entlang der Küstenstraße von Antalya nach Kemer. Es ist dunkel, doch die Sonne geht langsam auf. Orange glüht sie über dem Meer und den Felsen. Ich bin müde, doch der Anblick des Sonnenaufgangs zeigt mir einen der Vorteile eines Nachtflugs. Noch ist alles ruhig und auch Kemer wird im März erst langsam wach für die Reisesaison.

Kemer erwacht aus dem Winterschlaf

Kemer im März ist Vorsaison und das merke ich sofort und zwar positiv. Es ist ein bisschen wie die Ruhe vor dem Ansturm, so als wäre ich zu Gast, bevor der eigentliche Betrieb beginnt. Am Strand haben die Bars nur teilweise geöffnet, der Sandstrand am Moonlight Beach ist noch gut begehbar und nur vereinzelt sind bereits Stühle und Sofas aufgebaut. Ich setze mich in einen Sessel, bestelle einen türkischen Tee und schaue aufs Meer. Im Hintergrund spielt ein DJ Chillout-Musik, ich lese und denke an die Aktivitäten, die ich hier im Frühling unternehmen kann, ganz ohne All-inclusive, sondern auf eigene Faust und zum Kennenlernen der Region.


Ein paar Stunden und einige Tees später, ist sonnenklar: Kemer ist zu dieser Jahreszeit ein ruhiger Kontrast zu Antalya, so sehr ich diese Stadt auch liebe. Antalya hat die Altstadt, die Kaleiçi, das Gewusel, die Geschichte liegt direkt zu Füßen. Dazu viele Shoppingmöglichkeiten und Bars, die auch in der Nebensaison für Entertainment und eine gewisse Lautstärke sorgen. Da ist Kemer anders. Irgendwie geduldiger, ruhiger und weniger aufdringlich. Sicher auch touristisch, na klar, aber im März noch nicht überwältigt davon, und gut geeignet, um in einem soliden Hotel mit Übernachtung und Frühstück eine Basis für erholsame wie aktive Tage zu finden.

Moonlight Beach Kemer im März: leere Bucht mit türkisblauem Wasser
Moonlight Beach im März: noch gut begehbar, kaum Betrieb

Unterkunft und Verpflegung ohne all-inclusive

In Kemer gibt es einige gute, solide 3 Sterne-Hotels, die zwar nicht den Luxus eines all-inclusive-Resorts bieten, aber gerade, wenn man aktiver unterwegs ist und die Gegend kennenlernen möchte, völlig ausreichend sind. Ausgesucht hatte ich mir das Elijah Hotel, direkt am Wandrand liegend, aber dafür natürlich etwas vom Zentrum entfernt.

Ohne Mietwagen und für die Versorgung eher auf Wochenmarkt, Supermärkte und kleinere Restaurants oder Imbisse angewiesen, mache ich so im Laufe des Tages schon einige Kilometer wett. Generell kommt man in Kemer so sehr gut und abwechslungsreich und auch gar nicht mal teuer zu kulinarischen Eindrücken, wenn man bereit ist, sich umzuschauen und nicht nur einzukehren, wo „Englisch“ an der Tür steht. Und die Angst, die viele Alleinreisende, vor allem ja auch alleinreisende Frauen haben, nämlich an Geschäften und Restaurants häufig angequatscht zu werden, ist hier unnötig. Alle sind nett und überraschend unaufdringlich, bei Interesse oder einfach Orientierungsfragen aber sehr hilfsbereit.

Aktivitäten in und um Kemer

Wandern

Wandern ist vielleicht nicht die erste Aktivität für den typischen Türkeiurlaub. Doch um den typischen Urlaub geht es mir ja auch gar nicht. Wer schon mal in der Region Antalya war, hat sicher die Berge vor Augen, das Meer direkt anbei und nicht zu vergessen die Pinienwälder. Also hieß es für mich: Wandern und hoch den Çaliştepe für eine tolle Aussicht Richtung Meer und Inland. Hoch gibt es verschiedene Wege, sogar eine Art Straße, doch der Weg durch den Wald und ein paar Ruinen ist wesentlich schöner.

Wanderung Çaliştepe Kemer: Blick auf die Stadt und das Meer, Felsen im Vordergrund
Blick vom Çaliştepe auf Kemer und das Meer

Reiten


Neben dem Wandern ist die bergig-waldige Umgebung Kemer vor allem für eines gut: Ausreiten. Online fand ich schnell eine Ranch, die von Reitstunden auf dem Platz bis hin zu mehrtägigen Touren durchs Gebirge ein tolles Angebot hat. Zum Start ging es zwei Stunden schritt reitend, trabend und galoppierend durch den Wald bis zu einem kleinen Rastplatz. Und das sowohl mit einem tollen Guide als auch sehr gelassenen Pferden.

Ausreiten in Kemer: Reiterin im Pinienwald bei Kemer
Zwei Stunden durch den Pinienwald, mit einem sehr geduldigen Pferd

Stand-up-Paddeln

Wer jetzt weder auf zwei noch auf vier Beinen die Gegend erkunden möchte, kann das auch prima vom Wasser aus machen. Neben den üblichen Funsportarten wie Jetski fand ich am Moonlight Beach eine Möglichkeit zum Stand up-Paddeln. In der Bucht ist das eine eher ruhige Angelegenheit und ich konnte mich einfach mal treiben lassen. Richtung offenes Meer veränderte sich das (zumindest im März) aber ordentlich und es war definitiv mehr Muskelkraft gefragt. Dafür wurde ich auch mit beeindruckenden Aussichten belohnt.

Antike Stätten

Und nicht zu vergessen sind die antiken Stätten um Kemer, am bekanntesten sicher Olympos (am hellen Sandstrand von Çıralı, gelegen), Chimaera und Phaselis. Phaselis in der Abendsonne hat es mir von denen am meisten angetan, wobei jede für sich natürlich schon sehenswert ist. Entsprechend gibt es auch Touranbieter, die Ausflüge anbieten, denn ohne Mietwagen sind diese Orte leider nicht so gut zu erreichen.

Olympos Türkei: antike Ruinen am Fluss nahe dem Strand von Çıralı
Olympos: antike Ruinen direkt am Fluss, der zum Strand führt

Ohne Mietwagen in Kemer: was geht, was nicht


Ohne Mietwagen funktioniert Kemer für eine Woche gut. Ich habe aber durchaus die Grenzen gespürt: spontane Abstecher in die Umgebung erfordern mehr Planung oder mehr Muskelkraft und mehr Zeit. Oder beides. Mit den oben genannten Aktivitäten bleibt bei einem einwöchigen Aufenthalt noch genügend Zeit, auch einfach den Strand, die Umgebung, das Essen zu genießen. Wer aber tiefer in die Region möchte, ist mit einem Auto flexibler. Das habe ich bei einem zweiten Besuch im Herbst gemerkt. Und so teuer ist ein Mietwagen auch nicht, für eine Woche könnt Ihr mit etwa 120-250 Euro an Kosten (plus Sprit) planen. Und als Bonustipp: Vergleicht in den Mietwagenportalen mal verschiedene Fahrzeugklassen. Wie in manchen anderen Regionen auch, war bei meiner Recherche ein Klein- bis Mittelklassewagen durchaus günstiger als ein Kleinwagen, einfach weil Kleinwagen in der Region nicht so verbreitet sind.


Lohnt sich Kemer ohne all-inclusive im März?

Das kommt ganz darauf an, was Ihr sucht. Für mich ist Kemer im März großartig, weil ich einen aktiven Urlaub gestalte, die Region kennenlernen und zwischendurch in Ruhe den Strand genießen und nicht von Touristenmengen umgeben sein möchte. Das passt, denn Kemer im März hat weniger Betrieb, niedrigere Preise und Wetter, das Aktivitäten zulässt. Wenn Ihr aber den klassischen Strandurlaub, All inclusive und Halli-Galli sucht, seid Ihr in der „normalen“ Saison ab April definitiv besser dran.

FAQ

Wie ist das Wetter in Kemer im März?
Tagsüber sind es zwischen 15 und 18 Grad, in der Sonne gefühlt auch schon Richtung 20 Grad. Die Wassertemperatur liegt noch darunter, Wassersport und kurzes Baden/Schwimmen im Meer sind also möglich. Auch kann es noch zu Wetterumschwüngen mit Schauern und Wind kommen.

Wie komme ich von Antalya nach Kemer?
Entweder bucht man direkt in der Pauschalreise den Transfer vom bzw. zum Flughafen. Ansonsten geht es mit Dolmuş oder vom Busbahnhof in Antalya. Taxi oder Privattransfers gibt es auch, aber zu deutlich höheren Preisen.

Sind in Kemer im März Hotels und Restaurants schon geöffnet?
Ja, aber nicht alle. Gerade größere Hotels/Resorts öffnen erst nach der klaren Nebensaison, also im April oder Mai. Auch gibt es bereits eine gute Auswahl an Bars und Restaurants.

Welche Aktivitäten gibt es in Kemer im März?
Wandern, Reiten, antike Stätten erkunden, Sightseeing, Shopping: Diese Aktivitäten gehen schon gut im März und sind häufig sogar angenehmer als wenn es heißer ist.
Strandspaß und Wassersport: Hier gibt es erste Möglichkeiten, aber das volle Angebot erst mit zunehmenden Temperaturen und zur Hauptsaison hin.

Kann man Kemer ohne Mietwagen erkunden?
Ja, das geht gut, aber eher für einen kürzeren Urlaub oder den klassischen All inclusive-Strand-Aufenthalt. Ansonsten muss man auf lokale Touranbieter zurückgreifen oder spontan einen Mietwagen buchen, wenn man flexibler die Umgebung erkunden möchte.

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