Faro de Capdepera: Wanderung ab Cala Ratjada

Kurz nach dem Frühstück, wenn die Promenade von Cala Ratjada noch den Joggern und Hundebesitzern gehört, lohnt es sich, einfach loszugehen. Die Wanderung zum Leuchtturm Faro de Capdepera beginnt nördlich vom Hafen. und es braucht kein Navi und kein Komoot für diese Tour, nur eine einfache Richtung: der Küstenlinie entlang des Meeres Richtung Norden folgen.
Als ich unterwegs war, sollte das Wetter laut Vorhersage ab frühem Nachmittag schlechter werden. Deshalb war ich früh aufgebrochen.

Der Weg: Hafen, Bunker, Cala Gat

Der Küstenweg nördlich des Hafens ist gut ausgebaut, es lässt sich entspannt mit dem Meer an der Seite gehen. Nach ein paar Metern komme ich an einen alten Bunker, dessen Inneres ich kurz inspiziert habe. Das Licht fällt schräg durch die Öffnungen, still und etwas aus der Zeit gefallen, aber faszinierend, auch wenn es nur ein kleiner, Graffiti-gezeichneter Lost Place ist. Wozu der Bunker genau gedacht war, wann er erbaut wurde und weitere Informationen sind nicht ersichtlich. Es gibt kein Schild, also geht es nach einem kurzen Stopp einfach weiter. In den wenigen Google-Rezensionen, die es zu diesem Ort gibt, steht teilweise, dass es gar kein Bunker war, sondern als Hummer-Farm genutzt wurde.

Alter Bunker am Küstenweg nördlich des Hafens von Cala Ratjada, Seitenansicht
Zwischen den Felsen liegt der alte Bunker

Dann, nach gut einem Kilometer, blicke ich auf die Cala Gat. Früh morgens ist die Bucht noch leer. Weißer Sand, türkisfarbenes Wasser, ein Strand, der flach ins Meer übergeht. Das klingt nach Reiseprospekt, ist aber in der Realität wirklich so. wirklich so traumhaft schön. Eine kleine Bar mit Toilette (gegen Gebühr für Nicht-Kunden) gibt es, Liegen zum Mieten, und genug freien Sand für alle, die ohne gemietete Liege auskommen möchten. Auf dem Rückweg habe ich hier Pause gemacht, etwas gegessen, gelesen, denn auch dann war die Bucht noch angenehm leer. Das war sicher auch meiner Reisezeit im Mai geschuldet, einfach noch vor der Saison. Insgesamt war die Cala Gat mein persönliches Highlight dieser Tour, nicht der Leuchtturm, nicht die Turmruine.

Blick auf die Cala Gat bei Cala Ratjada, weißer Sandstrand und türkisfarbenes Wasser, Mai 2026
Cala Gat früh morgens im Mai, noch fast leer

Zum Leuchtturm: blaue Markierungen, Küstenwind, Geschichte

Ab der Cala Gat folgt der Weg, nach einem kurzen Stück durch ein edles Wohngebiet, den blauen Markierungen Richtung Faro de Capdepera. Der Untergrund wechselt und wird felsiger. Auch wird das Gelände offener und damit windiger. Festeres Schuhwerk ist ab hier sinnvoll.
Der Leuchtturm Faro de Capdepera steht auf dem östlichsten Punkt Mallorcas, auf der Punta de Capdepera, etwa 55 Meter über dem Meeresspiegel. Eingeweiht 1861, entworfen vom spanischen Ingenieur Emili Pou y Bonet, ist er mit einer Höhe von 21 Metern und einer Reichweite von 20 Seemeilen einer von fünf noch aktiven Leuchttürmen der Insel. Betreten kann ich ihn leider nicht, der Zugang ist gesperrt. Ein Informationsschild der Ports de Balears erzählt die Geschichte. An klaren Tagen soll man von hier die rund 35 Kilometer entfernte Nachbarinsel Menorca sehen können. Als ich da war, war es aber etwas diesig und damit fiel diese Aussicht weg.

Faro de Capdepera, Leuchtturm auf dem östlichsten Punkt Mallorcas, erbaut 1861
Faro de Capdepera, 1861 eingeweiht – Menorca blieb an diesem Tag unsichtbar

Torre Esbucada: Ruine mit Aussicht

Wenige Meter nordwestlich des Leuchtturms steht der Torre Esbucada, ein Wachturm aus dem 16. Jahrhundert, der heute eine eingezäunte Ruine ist. Man kann sie einmal umgehen, um wieder aufs Meer zu schauen und weiter die Küste entlang zu wandern. Da es einen Wetterumschwung Richtung Regen an nachmittag geben sollte, bin ich jedoch umgekehrt und zurück nach Cala Ratjada gewandert.

Torre Esbucada, Wachturm aus dem 16. Jahrhundert als eingezäunte Ruine nahe dem Faro de Capdepera
Torre Esbucada, 16. Jahrhundert, eingezäunt und trotzdem sehenswert

Für wen die Wanderung Faro de Capdepera passt

Die Wanderung ab dem Hafen von Cala Ratjada zum Faro de Capdepera und zum Torre Esbucada ist eine leichte Tour ohne nennenswerte Höhenmeter. Festes Schuhwerk ist trotzdem gerade auf den felsigeren Abschnitten ab der Cala Gat sinnvoll. Sonnenschutz ist ebenso einzupacken, denn der Weg bietet wenig Schatten. Wer früh startet, hat die Cala Gat noch für sich.

Praktische Informationen zur Wanderung in Cala Ratjada Mallorca

Strecke: ca. 5–6 km, Hin- und Rückweg identisch
Startpunkt: Hafen Cala Ratjada, nördliche Seite, direkt zu Fuß aus dem Ort erreichbar
Dauer: ca. 2 Std. mit Pausen
Schwierigkeit: Leicht, festes Schuhwerk empfohlen
Wegmarkierung: Gut ausgebauter Weg bis Cala Gat, ab dort blaue Markierungen
Faro de Capdepera: Nicht begehbar, Informationsschild vorhanden; erbaut 1861
Torre Esbucada: Wachturm aus dem 16. Jahrhundert, eingezäunte Ruine
Cala Gat: Weißer Sandstrand, flaches Wasser, kleine Bar mit Toilette (kostenpflichtig), Liegen mietbar
Einkehr: Bar an der Cala Gat (saisonal), sonst keine auf der Route
Beste Tageszeit: Früh morgens oder am Abend, die Cala Gat ist dann noch ruhig
Weitere Wanderungen: hier bei Komoot einzusehen

Küstenweg mit blauer Markierung Richtung Faro de Capdepera, Nordostküste Mallorca
Blauer Markierung folgend, das Meer immer im Blick

Häufige Fragen

Wie kommt man zum Startpunkt der Wanderung zum Faro de Capdepera?
Der Startpunkt liegt direkt am Hafen von Cala Ratjada, nördliche Seite, zu Fuß aus dem Ort erreichbar. Kein Auto nötig.

Kann man den Faro de Capdepera betreten?
Nein, der Leuchtturm ist für Besucher gesperrt. Ein Informationsschild der Ports de Balears gibt Auskunft über die Geschichte. Die Optik kann in der Ausstellung der Señals Marítimes im Faro de Portopí in Palma besichtigt werden.

Kann man am Leuchtturm Faro de Capdepera parken?
Ja, es gibt einen Art Wendehammer und Straße, die zum Leuchtturm führt, ist recht breit, sodass man einen Wagen kurz abstellen kann.

Ist die Cala Gat einen eigenen Besuch wert?
Ja, besonders früh morgens. Weißer Sand, türkisfarbenes, flaches Wasser, im Mai noch ruhig. Bar und Liegen vorhanden, das Wasser Anfang Mai ist noch kühl.

Stand: Mai 2026

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