Ermita de Betlem: Wanderung im Nordosten Mallorcas

Die Straße von Artà zur Wanderung von der Ermita de Betlem ist eine dieser Strecken, die man am besten mit einem kleinen Auto fährt. Ich hatte einen SUV… und eine Menge Spaß. Die Kurven kommen rhythmisch, der Blick in die Berge öffnet sich mit jeder Kehre ein bisschen mehr, und der Ebro S400 ist zwar objektiv zu groß für diese Straße, fährt sich aber erstaunlich sportlich durch die Serpentinen. Und glücklicherweise kam mir auch niemand entgegen, sodass ich mich voll auf die Wanderung freuen konnte.

Oben am Ende der Straße warten ein paar Parkplätze direkt vor der Einsiedelei. Allerdings wirklich nur ein paar, d.h. früh Starten ist wirklich empfehlenswert. Ich hatte die Komoot-Route von der Ermita de Betlem zum Ferrutx im Vorfeld grob studiert, aber gedacht, die Ermita de Betlem liege irgendwo auf dem Weg. Sie ist allerdings der Startpunkt für eine schöne Wanderung (die in meinem Fall nur anders zu Ende ging, als mir lieb war).

Blick über die Wiesen des Massís d'Artà Richtung Meer bei bedecktem Himmel, Wanderung Ermita de Betlem Mallorca
Wechselhaftes Wetter über dem Nordosten Mallorcas

Die Einsiedelei Ermita de Betlem: kurze Einordnung

Die Ermita de Betlem liegt im Massís d’Artà, dem nördlichsten Teil der Serres de Llevant, etwa neun Kilometer nordwestlich von Artà. Gegründet wurde sie 1805 von Mönchen des Heiligen Paulus und Antonius, auf den Ruinen eines arabischen Landguts. 2010 verließen die letzten Bewohner das Kloster altersbedingt. Seitdem steht es offen, die Kapelle kann besichtigt werden. Auf den Zugang zur Ermita, der durch eine tolle Zypressen-Allee führt, fährt man direkt zu.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Startpunkt allerdings praktisch nicht erreichbar. Wer kein Auto hat, müsste vom Ort Betlem aus erst zur Ermita hochwandern, bevor die eigentliche Tour beginnt.

Zufahrt zur Ermita de Betlem auf Mallorca durch eine Zypressen-Allee
Die Zypressen-Allee zur Ermita de Betlem

Wanderung Nordosten Mallorcas: 9,3 km, 390 Höhenmeter, kein Rundweg

Los geht es direkt an der Ermita, hinauf durch hohes, hartes Gras, das bei kurzer Hose an den Beinen zu spüren ist. Der Weg selbst ist überwiegend gut erkennbar, aber in dichterem Bewuchs und Richtung Gipfel habe ich zwischendurch doch Komoot zur Unterstützung genommen. Der Untergrund ist solide, stellenweise mit Geröll, bei dem ich genauer hingeschaut habe. Insgesamt ist für die Route schon eine gewisse Trittsicherheit nötig, gerade wenn es Richtung Gipfel geht. Wer Wanderstöcke im Gepäck hat, kann sie zu dieser Tour, im Gegensatz zu den Wanderungen die Küste entlang, gut nutzen.

Auf dem Weg zum Gipfel öffnet sich der Blick von Anstieg zu Anstieg weiter: zuerst in die Berglandschaft des Massís d’Artà, dann auf die Bucht von Alcúdia. Das Panorama wechselt mit jedem Kilometer.
Und wo wir beim Kraxeln sind: Mein persönliches Highlight der Tour waren neben der Aussicht die Bergziegen. Klingt komisch, ist aber so. Ich hatte vorher gelesen, dass ich beim Wandern auf Mallorca eine gute Chance haben würde, sie zu Gesicht zu bekommen. Doch mit einer Sichtung bei der ersten längeren Wanderung hatte ich nicht gerechnet. An mehreren Stellen grasten die Ziegen nah genug am Weg, um die Details zu sehen, weit genug entfernt, um nicht gestört zu werden.

Aber zurück zur Route: Der höchste Punkt liegt bei ungefähr 500 Metern, der tiefste bei 280 Metern an der Ermita de Betlem. Das Höhenprofil ist wellig, kein einfacher Aufstieg mit anschließendem Abstieg, sondern mehrere Auf- und Abstiege hintereinander. Zwischen den Kämmen fegt teilweise heftig der Wind durch, weshalb auch bei gutem Wetter ein Pulli helfen kann. Als Dauer gibt Komoot 3:45 Stunden an. Das ist dann schon eher gemächlich, ich war in 2:30 Stunden fertig. Wobei ich dabei einen unerwünschten Faktor „zur Hilfe“ hatte…

Blick durch Vegetation auf die Berglandschaft des Massís d'Artà bei der Wanderung ab der Ermita de Betlem
Blick in die Berglandschaft des Massís d’Artà

Und dann kam der Regen

Am weitesten Punkt vom Auto entfernt setzte nämlich Regen ein. Kein leichter, sanfter Sommerregen. Sondern Regen der Art, die in Trailrunningschuhe eindringt und gegen den eine einfache Regen-/Windjacke schnell aufgibt. Ich hatte mehrere Wetterberichte gecheckt, allgemeine und Balearen-spezifische, dazu noch den Regenradar. es half alles nichts und innerhalb weniger Minuten war ich pitsche-patsche nass. Dazu der Wind… das wurde wirklich ein frischer Rückweg und fahr auch ein ziemlich schneller. Trailrunning war es noch nicht, aber kurz davor.
Zum Glück hatte ich lange Sachen mitgenommen, an sich wegen des Winds, sodass ich mich am Auto direkt umziehen und einen halbwegs trockenen Rückweg ins Hotel antreten und mich aufwärmen konnte.

Blick zum Gipfelpunkt der Wanderung ab der Ermita de Betlem mit Wolken im Hintergrund, Nordost-Mallorca
Am höchsten Punkt der Route, kurz bevor die Wolken ihre eigenen Pläne machten


Was ist also das Fazit zur Wanderung?
Den Wetterbericht checken ist das eine, Wechselkleidung auch bei einer Wanderung im Mai auf Mallorca im Auto haben das andere. Jenseits des Wetterumschwungs ist die Wanderung von der Ermita de Betlem zum Ferrutx wirklich schön und ein gutes Training für forderndere Wanderungen. Bei besserem Wetter kann ich mir auch die lange Route mit dem vorigen Aufstieg ab dem Ort Betlem gut vorstellen. Und einen kleineren Mietwagen. Aber den nur vielleicht…

Praktische Informationen zur Wanderung ab der Ermita de Betlem

Strecke: 9,28 km, Hin- und Rückweg identisch
Höhenmeter: 390 m Aufstieg und Abstieg
Dauer: Komoot-Angabe 3:45 Std., ich war in 2:30 Std. fertig (3,7 km/h)
Schwierigkeit: Moderat, Trittsicherheit erforderlich
Startpunkt: Ermita de Betlem, Gemeinde Artà, erreichbar über MA-3333 ab Artà
Parkplatz: Wenige Stellplätze direkt an der Ermita, früh starten lohnt sich
Öffentliche Verkehrsmittel: Praktisch nicht erreichbar
Einkehrmöglichkeit: Je nach Saison ein kleiner Imbiss an der Ermita, aber nicht zuverlässig offen. Ansonsten keine auf der Route
Ausrüstung: Festes Schuhwerk, Sonnenschutz (kaum Schatten), Zwiebelprinzip bei der Kleidung empfehlenswert, ausreichend Wasser und Verpflegung, Wechselklamotten im Auto, Wanderstöcke optional
Komoot-Route: Zur Tour

Häufige Fragen zur Wanderung

Ist die Ermita de Betlem-Wanderung schwer?
Die Tour ist als moderat eingestuft. Der Weg ist überwiegend gut begehbar, stellenweise steinig und bei Nässe rutschig. Wer regelmäßig wandert und trittsicher ist, kommt gut durch. Für die kürzere und einfachere Variante zur Einsiedelei empfiehlt sich der Aufstieg ab dem Ort Betlem (ca. 6 km, 250 Hm).

Kann man die Ermita de Betlem auch mit dem Auto erreichen?
Ja, über die MA-3333 ab Artà. Die Straße ist eng und kurvenreich, ein kleineres Auto ist von Vorteil. Die Parkplätze direkt an der Ermita sind begrenzt, frühes Aufbrechen lohnt sich.

Wann ist die beste Jahreszeit für diese Wanderung?
Die Route ist ganzjährig begehbar. Im Sommer besser früh morgens starten, kaum Schatten und quasi keine Einkehrmöglichkeiten machen ausreichend Wasser zur Pflicht. Im Mai sind die Temperaturen angenehm, aber Bergwetter kann wechselhaft sein, auch wenn morgens die Sonne scheint.

(Stand: Mai 2026)

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