Schon der Einstieg in die Cala Mesquida-Wanderung auf Mallorca mit dem Kiefernwald riecht nach Urlaub. Das Kiefernharz riecht warm und intensiv, die Atmosphäre fühlt sich tropisch an, weil es die nach zuvor geregnet hat und die Luftfeuchtigkeit noch hoch ist. Und dann kommen fünf Buchten, jede etwas anders als die vorige, bis ein alter verlassener Wachturm, der Torre d’Albarca, erreicht ist. Aber beginnen wir von vorne.
Parken in Cala Mesquida: Früh starten lohnt sich
Ich bin mit dem Auto bis zur Cala Mesquida gefahren und habe den Wagen noch auf einem der Parkplätze unterbekommen. Das ging, weil ich früh da war. Gegen Mittag waren die Parkplätze voll, die Nebenstraßen gut zugeparkt, d.h. gerade in der Hochsaison lohnt sich ein früher Start in den Wandertag, auch wegen der Hitze.
Für diese Tour ist Cala Mesquida damit Start- und Endpunkt. Leider nur einer mit überschaubarer Infrastruktur: Ein paar exklusive Ressorts/Wellness-Hotels mit geschlossenem Zugang (auch zu den Restaurants), ein Spar, der geschlossen hatte, eine Dönerbude und ein weiterer Supermarkt, der qua exklusiver Stellung auch exklusive Preise verlangt. Heißt: Proviant kauft Ihr besser vorher wo anders.
Wanderstart: Kiefernwald und erste Kilometer
Die ersten Kilometer der Cala Mesquida-Wanderung führen durch den schon genannten Kiefernwald und das auf Wegen, die (nicht nur nach dem nächtlichen) Regen uneben und stellenweise wie ausgetrocknete Flussbetten aussehen. Der Weg schlängelt sich durch den Wald, manchmal ragen Äste oder umgefallene Bäume auf den Weg. Sonne und Schatten wechseln sich ab, was ich als sehr angenehm empfunden habe, denn sonnig wird es entlang der Buchten noch genug. Und die erste Bucht ist schnell erreicht und von da an lasse ich den Wald erstmal hinter mir und folge der Küstenlinie.

Fünf Buchten und die Torre d’Albarca im Nordosten Mallorcas
Der Weg führt auf dem Hinweg über die Cala Mitjana, Cala Estreta, die Cala den Tol und die Cala del Matzoc bis der Torre d’Albarca erreicht ist. Die kleineren Buchten haben einen felsigen Einstieg ins Wasser, für den Wasserschuhe sinnvoll sind. Ansonsten sehen die Buchten mit ihrem hellen Sandstrand, den Felsen und in der Sonne türkis schimmerndem Wasser schon surreal kitschig aus.

Zwischen den Buchten ist die Wanderung ein munteres Auf und Ab, denn der Weg führt immer runter in die Buchten, um danach wieder auf die dazwischen liegenden Klippen aufzusteigen. Der letzte Anstieg führt zum Torre d’Albarca. Dieser Wachturm wurde 1751 zur Überwachung des Meeresgebiets zwischen Mallorca und Menorca, das damals unter britischer Kontrolle stand, errichtet. Der Turm ist in gutem Zustand und kann betreten werden. Eine steinerne Treppe führt im Dunkeln (also Taschenlampe an) in die erste Etage. Von dort geht es weiter über eine Holzleiter bis auf das Dach, wo der Blick auf das Meer, die Buchten und das Naturschutzgebiet Llevant reicht.

Bis ganz nach oben bin ich allerdings nicht gestiegen. Die Leiter, alleine unterwegs, eine zu dem Zeitpunkt nur wenig begangene Route: Da hat mein Bauchgefühl „nein“ gesagt und ich bin auf Nummer sicher gegangen. Ein bisschen ärgerlich war es trotzdem, aber in dem Fall habe ich mir gedacht: better safe than sorry.
Rückweg: Klippenweg mit Aussicht auf Cala Mesquida
Auf dem Rückweg bin ich zum Ende hin den Klippenweg entlang der Küste Richtung Cala Mesquida gegangen, anstelle des Komoot-Wegs über den Hang. Dieser Abschnitt, der auf der Wanderkarte selbst als kleiner Wanderweg markiert ist, taucht in der offiziellen Komoot-Route nicht auf, und das hat seinen Grund: Der Weg ist anspruchsvoller und Wegmarkierungen sind zwar vorhanden, aber teilweise nicht gut zu sehen. Ausgetretene Pfade, denen man folgen kann, gibt es kaum. Wer trittsicher ist und sich nicht unwohl fühlt, wenn der Weg entlang der Klippe improvisiert werden muss, wird mit Abenteuerlust und dem Gefühl, eine kleine Bergziege zu sein, belohnt.

Eine Pause habe ich zuvor an der fünften Bucht, der Cala Torta, eingelegt. Hier wartet ein längerer Strandabschnitt mit hellem Sand und einem flachen Einstieg ins Wasser. Zudem ist die Bucht von Lifeguards überwacht. Allerdings gibt es keine Bar, keinen Kiosk, keine Liegen/Sonnenschirme zum Mieten und auch kaum Schatten.
Neben der Cala Torta finde ich auch die Cal Mitjana schön für eine Pause und zum Baden.
Praktische Informationen zur Wanderung Cala Mesquida
- Strecke: 11,8 km, Hin- und Rückweg (Rückweg optional über Klippenweg)
- Dauer: Komoot-Angabe 3:15 Std., ich war trotz des kraxeligen Endes über die letzte Klippe in 2:54 Std. fertig
- Höhenmeter: 220 m Aufstieg, 230 m Abstieg
- Schwierigkeit: Mäßig, Trittsicherheit erforderlich; der Klippenweg auf dem Rückweg ist anspruchsvoller
- Startpunkt: Cala Mesquida, Parkplatz im Ort
- Parken: Früh starten, gegen Mittag voll; in der Saison schwierig
- Untergrund: Überwiegend naturbelassen und loser Untergrund, Waldwege uneben
- Torre d’Albarca: Betretbar, steinerne Treppe und Holzleiter bis zum Dach, Taschenlampe empfohlen
- Cala Torta: Heller Sand, flaches Wasser, Lifeguards, kein Imbiss und kaum Schatten
- Buchten zum Baden: Cala Mitjana und Cala Torta; kleinere Buchten mit felsigem Einstieg, Wasserschuhe sinnvoll
- Einkehr: Keine auf der Route, Verpflegung vorher einpacken
- Sonnenschutz: Unbedingt, ab Küstenabschnitt kaum Schatten
- Komoot-Route: Zur Tour
Häufige Fragen zur Wanderung Cala Mesquida Mallorca
Ist die Wanderung ab Cala Mesquida zum Torre d’Albarca schwer?
Die Tour ist als mäßig eingestuft. Der Kiefernwald am Anfang ist uneben, der Küstenweg gut begehbar. Der optionale Klippenweg auf dem Rückweg ist anspruchsvoller und erfordert Trittsicherheit sowie Bereitschaft zur Improvisation. Geeignet für alle, die trittsicher sind und die Distanz auch bei Wärme bewältigen können, alleine, zu zweit oder in einer Gruppe.
Kann man den Torre d’Albarca betreten?
Ja, der Turm ist in gutem Zustand und kann betreten werden. Eine steinerne Treppe und eine Holzleiter führen bis auf das Dach. Taschenlampe oder Handytaschenlampe mitnehmen, innen ist es dunkel.
Gibt es Parkmöglichkeiten in Cala Mesquida?
Ja, mehrere Parkplätze im Ort und am Ortseingang. Früh starten lohnt sich, gegen Mittag sind diese voll. In der Hochsaison kann die Parkplatzsuche deutlich aufwändiger werden.
Stand: Mai 2026



